Das Hamburg 600 ist Geschichte!

Und was für eine Geschichte.

Am Donnerstag vor der Rennveranstaltung trafen sich eine Handvoll Vereinsmitglieder um den Bahnraum auf Vordermann zu bringen, die Piste zu checken und den Ersatzrechner für die Zeit- und Rundenmessung zu prüfen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.
Die letzten Absprachen für die anstehende Veranstaltung wurden getätigt damit es den Gästen an nichts fehlt.

Freitag 18 Uhr, erstes offizielles Training.
Die üblichen Verdächtigen mussten natürlich wieder mal am letzten Tag vor dem Rennen noch gravierende Umbau- und Abstimmungsarbeiten tätigen, natürlich standen die "allwissenden Müllhalden" des Vereins allen mit Rat und Tat zur Seite, es wurden sogar noch Seitenscheiben angefertigt und eingesetzt. 
Im Trainigsverlauf wechselte mancher noch die Getriebeübersetzung und passte die Reifen den leicht zunehmenden Grippverhältnissen an.

Der Trainingsabend endet mit leisen gegrummel aus einer üblichen verdächtigen Ecke "mmrlnmmommngnmn musss noch Motor grummmllmmmummlngrr einlaufenhmrmmummlmmmrgngn Karo neu verklebenmurmmmlnngrummln.... 
Gute Nacht.

Samstag = Renntag.
8 Uhr. Schnell noch frische Brötchen vom Bäcker holen, Aufschnitt, Kaffee und Schmatzriegel in den Einkaufskorb werfen und ab in den Eiskeller das Frühstück zubereiten.
Doch wir waren nicht schnell genug, denn unser "Chefkoch" Kay hat sich des Nachts aus dem Haus geschlichen um rechtzeitig mit den Vorbereitungen beginnen zu können. Und wen sehen wir da noch? Armin samt Sohnemann, so früh kennen wir den ja gar nicht, dreht schon entspannt seine Trainingsrunden.
Die nächste Fahrer ließen dann auch nicht lange auf sich warten und die ersten beiden Kannen Kaffee waren im nu leer.
Es entwickelte sich sofort eine ausgesprochen entspannte Atmosphäre, fern jeder Hektik. Jeder Fahrer hatte ausreichend Zeit zum trainieren und letzte Änderungen am Setup vorzunehmen. Die üblichen Benzingespräche schwängerten den Eiskeller, es wurde viel gelacht, die Wagen der anderen Teilnehmer begutachtet, aber auch die Rundenzeiten der Gegner gecheckt.
Kurz nach 11 Uhr wurde es dann langsam ernst, die technische Abnahme stand an. Insgesamt 19 Fahrerinnen und Fahrer haben sich zum Rennen eingefunden, was tatsächlich auch unsere Erwartungen übertroffen hat. Stephan hat in gewohnter Souveränität und fachlicher Kompetenz die Wagenabnahme durchgeführt, an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für die Unterstützung. Es konnten alle Fahrzeuge zum Rennen zugelassen werden und nun ging es zur Wahl des Best of Show.
 
 
 
Aus den ganzen sehr gut gebauten Rennwagen kristallisierte sich dann aber doch recht deutlich das schönste Auto heraus, wobei das Ergebnis nicht wirklich überraschte. Der BoS ging an Jens Badenkopf, der nach wie vor einer der besten Modellbauer im Slotracing ist.
 
 
Um die schön entspannte Stimmung aufrecht zu erhalten und in Anbetracht der Starterzahl haben wir uns zu 2 Durchgängen a 7 Minuten Fahrzeit pro Spur entschieden, wodurch sich der gesteckte Zeitplan im weiteren Verlauf des Tages gut einhalten ließ.

Die erste Startgruppe nahm ihre Positionen ein und die Spannung stieg ins unermessliche, würden alle nachdem die fünf roten Lichter erloschen, heil durch die ersten Kurven kommen? Um es kurz zu machen, im Rennverlauf gab es deutlich weniger "Rausfaller" als die Trainingssessions erwarten ließen. Es wurde in allen Gruppen ausgesprochen fair gefahren, es gab kein Gemecker an Streckenposten, alles sehr diszipliniert. Da kann man nur allen großen Respekt zollen. Dies gilt im Besonderen auch für die beiden jungen Starter. India, eine sehr charmante junge Dame und Joshua, ein ebenso wohl erzogener junger Mann. Beide zeigten vorbildlich wie man im Slotracing miteinander umgehen kann, wenn man den Sinn des Ganzen verstanden hat. Wenn beide sich so weiter entwickeln und den Spaß an diesem Hobby nicht verlieren, sieht es in Kürze für uns alte Säcke recht düster aus, was Treppchenpositionen angeht. Aber das ist auch gut so!
Herzlichen Dank euch beiden, das Ihr dabei wart.

Als sich der erste Lauf langsam dem Ende entgegen bewegte, schallte es aus dem Küchenbereich "Essen ist fertig!". Kay hatte mexikanische Wraps gezaubert, wie üblich ausgesprochen wohlschmeckend!
Und Kay wäre nicht Kay, wenn er nicht auch die Vegetarische Fraktion aus einem extra Topf hätte bedienen können.
Nachdem sich alle den Bauch gefüllt und die Kehlen frisch befeuchtet hatten, startete der zweite Lauf.
Wie schon im Ersten gab es auch hier trotz aller Fairness auf allen Plätzen heiße fights um die Positionen, manche rundenlang Tür an Tür. Der Bahngripp hat während des Rennens nur noch leicht zugenommen, wir hatten mit etwas mehr gerechnet, was aber allen Fahrern zugutekam, da die Kisten bei zu viel Gripp gerne das Kippen anfangen.
Auch im diesem Durchgang gab es nur zwei Fahrer die mit leichten Defekten zu kämpfen hatten, wie Jochen, dem nach einem Crash die vordere Karosserieverklebung abriss. Mit dem Einverständnis aller haben wir hier Sportsgeist gezeigt und auch ihm eine kurze Reparaturpause gegönnt, wie auch Guido, doch zu ihm kommen wir noch.
Somit konnten alle Fahrer das Rennen beenden und es stand die Siegerehrung an. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei der Firma Jens Scaleracing bedanken, die uns unaufgefordert einen kompletten Thunder Chassis Kit, mit Rädern, Achsen, Motor etc. zur Verfügung gestellt haben. Wie mit Dieter Jens abgesprochen, ging dieser Preis nicht an den Sieger, sondern an den Achtplatzierten und das war, um es vorwegzunehmen, eben jener Guido, der schon recht früh im Rennen immer wieder mit einem sich lösenden Motorritzel zu kämpfen hatte.

Tja und wer hat nun die Hamburg 600 des Jahres 2016 für sich entscheiden können?
Er ist nicht nur ein kompetenter Modellbauer sondern auch ein hervorragender Fahrer, unser Jens.

Wir gratulieren Jens Badenkopf zum Rennsieg und Best of Show!
 
 
Das ganze schreit natürlich nach einer Wiederholung, die es auch geben wird. Derzeit laufen die Planungen bzgl. der Termine und wir werden den Ausschluss der GfK Karossen für die kommenden Nascar Rennen überdenken.
 
 
Wir haben die rundum gelungen Veranstaltung dann noch in gemütlicher Runde mit den üblichen Bleifußgeschwafel ausklingen lassen.
Tja, das war es auch schon und vielleicht habt Ihr ja Lust, eure Eindrücke von dem Rennen hier kurz mitzuteilen.
Beste Grüße,
Wolfgang